Kuno Mittel

Kuno Mittel

Geiersgasse – 86

Eigentümer 1932:  Kuno Mittel

Kuno Mittel(1871) war Landwirt und Viehhändler. Mit seiner Frau Karolina(1876) hatte er zwei Kinder, Meta (1905) und Alfred(1907). Beide sind 1936 nach USA ausgewandert. Ihre Eltern folgten nach der Pogromnacht 1938 über Havanna.
In der Pogromnacht waren die in Unsleben lebenden Juden gewarnt. Die meisten hatten sich versteckt oder waren auswärts, nicht aber Kuno Mittel. Als die Schergen in sein Haus eindrangen und aufforderten mitzukommen, bat er nur darum, dass er sich noch eine Pfeife stopfen darf.

Bernhard Donnerstag

Bernhard Donnerstag

Donnerstaghaus-Sreugasse – 76

Eigentümer: 1932:  Bernhard Donnerstag

Vom sogenannten Donnerstaghaus wurde die rechte Hälfte 1820 von Mennlein Donnerstag gebaut und die linke Hälfte 1832 hinzugebaut. Es war 100 Jahre lang das einzige Haus, das von einem Juden als Neubau errichtet wurde, bis die Liebenthals 1928 ihre Villa bauten.
Mennlein Donnerstag war auch der erste, der sich von der Schutzherrschaft des Schlosses lossagte und die Bezahlung von Abgaben an das Schloss verweigerte.
Der letzte jüdische Eigentümer war Bernhard Donnerstag(1860-­1932), ein Viehhändler, der 1932 starb, seine Frau war bereits 1909 verstorben. Seine Söhne Max(1893) und Sally(1904) sind rechtzeitig nach New York ausgewandert. Zurückgeblieben ist ihre Tante Klara(1882), die ins Altersheim nach Würzburg umziehen musste und von dort aus 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde.

Salomon Krämer

Salomon Krämer

Streugasse – 54

Eigentümer1932:  Salomon Krämer

Salomon(Sally) Krämer war Kaufmann. Seine Tochter Ilse(1921) verzog 1937 nach Niederklein in  Hessen Er selbst emigriete mit seiner Frau Meta(1893) und Sohn Martin(1921) 1937 nach USA.
Im selben Hof in einem Hintergebäude wohnte Aaron Engel(1864) mit seiner Frau Jeanette(1867).  Er war Schuhmacher und hat auch die Matzenbäckerei betrieben. Er starb in 1932, seine Frau in  1942. Sie war die letzte Beerdigung im Unslebener Judenfriedhof. Ihren Sohn Adolf(20 Jahre) haben sie im ersten Weltkrieg verloren bei den Kämpfen in Rumänien.

 

Bernhard Lustig

Bernhard Lustig

Streugasse – 49

Eigentümer 1932:  Bernhard Lustig

Bernhard Lustig(1862) war Viehhändler, in den 1920er Jahren war er israelitischer Kultusvorstand.
Er hatte drei Kinder. Sein Sohn Herbert ist schon 1924 nach Tel Aviv ausgewandert, Sohn Ludwig ist mit 20 Jahren in Frankenthal verstorben, aber in Unsleben beerdigt. Seine Tochter Martha konnte 1940 noch mit ihrem Mann nach USA auswandern.
Er selbst ist nach dem Tod seiner Frau Lina in 1937 zu seiner Schwägerin Erika Pommer verzogen und hatte auch ein Ausreisevisum nach Cuba, aber wurde 1942 von Leipzig aus nach Theresienstadt deportiert
worden, wo er am 04.10.1942 verstarb.

Karl Mittel I

Karl Mittel I

Streugasse – 45

Eigentümer 1932:  Karl Mittel I

Karl Mittel I (1855) war Viehhändler und Landwirt und schon im hohen Alter. Er lebte mit seiner Frau Babette alleine in seinem Elternhaus. Seine Söhne Theo und Josef betrieben im Nachbaranwesen die Essigfabrik.
In 1939 gelang ihnen noch die Auswanderung über Luxemburg, Frankreich in die USA.

Nanny Brandus

Nanny Brandus

Streugasse- 56

Eigentümer 1932:  Nanny Brandus

Nanny(Anna) Brandus(1872) lebte in dem Haus, in dem von altersher bereits ihre Vorfahren lebten. Sie war ledig und ohne Beruf. Die Verwandtschaft(siehe Haus Nr. 16) ist bereits 1937 nach Uruquay ausgewandert.
1942 mußte sie mit in das Altenheim in Würzburg ziehen, von wo sie im September 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde.